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Wie arbeitet eigentlich ein systemischer Coach/Therapeut?

18.08.2015

Systemische Coachs/Berater_innen/Therapeut_innen zeigen sich allparteilich, neutral und authentisch. 
Sie erkennen den Expertenstatus der Klient_innen an, arbeiten ressourcenorientiert und wertschätzend. 
Dazu filtern sie zusammen mit der Klientin/dem Klienten Zusammenhänge heraus und zeigen Relationen 
auf. Sie wirken darauf hin, den individuellen Möglichkeitsraum zu vergrößern. Begriffe werden ge-
klärt, um Missverständnissen vorzubeugen, die gemeinsame Arbeit wird als konstruktive Prozessarbeit   
gelebt. Probleme werden als Herausforderungen beschrieben. Klient_innen werden gespiegelt und 
nicht bewertet.
Systemische Coachs/Berater-innen/Therapeut_innen zeigen sich empathisch, echt und uneingeschränkt 
werschätzend. In ihrem/seinem Handeln ist sie/er zuverlässig, transparent und fachlich kompetent. 
Die Ziele der Gespräche bestimmt die Klientin/der Klient selbst (nicht-direktive Beratung).
Die Motivation der Klientin/des Klienten zur Veränderung und ihre/seine Reflexionsfähigkeit sind 
unbedingte Voraussetzungen für die gemeinsame Arbeit. Und ohne eine vertrauensvolle Grund-
beziehung geht es in keinem Fall. 
Für ihre Arbeit nutzen Systemische Coachs/Berater-innen/Therapeut_innen verschiedene "Werkzeuge".
Vielleicht sind Ihnen schon einmal die Begriffe Genogramm, Familienbrett oder TimeLine begegnet.
Und vielleicht haben Sie sich gefragt, was das ist und wofür das eigentlich gut sein soll?
Hier ein kleiner Einblick (nur eine Auswahl, nicht vollständig):
Genogramm
 „Ein Genogramm ist eine piktografische Darstellung, die in der Systemischen Familientherapie verwendet 
wird, um Familienbeziehungen, wiederkehrende Konstellationen und medizinische Vorgeschichte 
darzustellen; es geht inhaltlich weit über einen Familienstammbaum hinaus. Mit einem Genogramm
sollen Verhaltensmuster, beziehungsbestimmende psychologische Faktoren und sich innerhalb einer
Familie wiederholende Verhaltensweisen visualisiert und anschließend analysiert werden.“           
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Genogramm, Zugriff am 20.4.2015
Familienbrett
„Das Familienbrett wurde in der systemischen Familientherapie entwickelt und findet in unterschiedlicher 
Ausgestaltung Anwendung. Mit Hilfe der in Form, Größe und Farbe unterschiedlichen Figuren werden auf 
dem Brett die Familienmitglieder und ihre Beziehung zueinander dargestellt. Es wird möglich, sich die
Familie und die Beziehungen untereinander aus verschiedenen Perspektiven und „von oben“ anzu-
sehen. Durch Drehen des Brettes ergeben sich wiederum neue Sichtweisen. Die Verteilung auf dem
Brett, der Abstand der einzelnen Figuren zueinander als Ausdruck von Nähe und Distanz und die Blick-
richtung geben Raum sowohl für diagnostische Hinweise als auch für therapeutische Interventionen.“                
Quelle: http://www.familienbrett.com, Zugriff am 20.4.2015
Time Line
“Im Laufe unseres Lebens sammeln wir Erfahrungen und speichern diese auf eine besondere Art und 
Weise im Gehirn. Diese Ansammlung dient uns als Ratgeber und Wegweiser, wenn es darum geht, zu-
 künftige Entscheidungen zu treffen.... Bei der Timelinearbeit (Zeitlinienarbeit) wird überprüft, wie wir 
diese Erfahrungen zeitlich gespeichert und organisiert haben. Diese Organisation geschah bisher 
unbewusst... Das Arbeiten mit der Timeline ist ein nützliches Werkzeug, um Schlüsselerlebnisse zu
identifizieren und diese auf bessere und ökologische Weise zu integrieren. In der Vergangenheit werden
wertvolle Lernerfahrungen und wichtige Ressourcen gesichert. In der Zukunft können wichtige Ereignisse
so vorbereitet und programmiert werden, dass die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung sehr hoch ist.“                                                                                                                                                                                          
Quelle: http://www.nlp-wissen.de/2009/10/timline-arbeiten-mit-zeitlinien/, Zugriff am 20.4.2015
Auf der Grundlage der erfassten Informationen können erste Hypothesen (logische Aussagen, die man für 
möglich hält, die aber noch nicht bewiesen sind) gebildet werden. Diese werden während der Beratung 
oder Therapie immer wieder überprüft, umformuliert, fallen gelassen oder bestätigt. Grundsätzlich gilt für 
die systemische Diagnostik, dass der Klient der Experte ist. Oft ermöglicht eine gute Diagnostik den Blick 
auf die Symptome des Klienten in ihrer Rolle für das Individuum und das Gesamtsystem und zeigt  
familiäre Kommunikationsmuster in ihrer Ursache für die geschilderten Probleme. Interessen und
Motivation aller Familienmitglieder können geklärt werden und mögliche Ressourcen werden sichtbar.
Nach diesen ersten Schritten sind viele Informationen gesammelt worden. Die Arbeitsgrundlage steht. 
Wenn etwas anders werden soll, muss man etwas anders machen. 
Aber was? Und wie geht das?
Darüber mehr im nächsten Blog...