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Balancekompetenzen

05.11.2016

Lassen Sie uns zuerst einen Blick nehmen auf die realen Lebenswelten von Frauen.
Gesellschaftliche Rollenerwartungen, Sozialisationsprozesse und die in der Folge entstehenden Glaubenssätze, 
der noch immer weitestgehende Ausschluss von Frauen aus Machtpositionen, Lohndiskriminierung, 
die Vereinbarkeitsproblematik von Beruf und Familie für Frauen, 
mangelnde gesellschaftliche Anerkennung der reproduktiven Arbeit der Frauen, 
die häufig vorherrschende finanzielle Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern 
und nicht zuletzt die oft familiär gelebte Gewalt (verbal und körperlich) von Männern gegen ihre Frauen 
bergen ein nicht zu unterschätzendes Stresspotential in sich. 
Stressoren, mit denen Frauen zusätzlich zur Meisterung der nachfolgend beschriebenen Konfliktfelder umgehen müssen. 
Als Ursache für die Entstehung stressbedingter Erkrankungen (Burn Out gehört dazu) wird ein komplexes Zusammenspiel 
zwischen Mensch und Arbeitsumfeld angenommen. Auf der globalen Ebene finden wir eine Situation vor, 
in der jeder mit jedem konkurriert, die Geschwindigkeit ständig rasant steigt, Arbeits- und Lebensbedingungen 
vielfach wechseln. An erster Stelle im Produktionsprozess steht die Maximierung des Gewinns um seiner selbst willen 
und nicht der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Die Führungsebene der Wirtschaft setzt das Profitstreben des Managements um. 
Für die Mitarbeiter der Unternehmen bedeutet das im einzelnen: permanente Angst um den Arbeitsplatz, 
ständig geforderte Steigerung der Arbeitsleistung pro Zeiteinheit, weitestgehende Fremdbestimmtheit, 
unklare oder wechselnde Zielvorgaben, häufige Störungen im Arbeitsablauf, zu viele Aufgaben gleichzeitig, Mobbing, 
Umstrukturierungen, oft geforderte permanente Erreichbarkeit.
Hinzu kommen teilweise menschenverachtende Führungsstile, wie die Führung durch unerreichbare Zielsetzungen, 
Führung unter Nutzung von Gruppendrucktendenzen oder Führung durch Förderung von Konkurrenz. 
Der Rhythmus der Arbeit gibt den Takt vor. Die persönlichen Bereiche sollen sich in die Lücken füllen. 
Der Rhythmus der Kinder hat sich dem Rhythmus der Wirtschaft anzupassen. 
Das bedeutet, dass sich die Bedingungen für Familiengründung, das Leben von Partnerschaft und eine 
kontinuierliche Persönlichkeitsentfaltung als sehr schwierig erweisen. 
Finanzielle Sorgen, Tod oder Krankheit nahestehender Personen sind weitere Krisenfelder, 
deren Bearbeitung sich vorrangig Frauen annehmen.
Nicht zu vergessen, dass es überwiegend die Frauen sind, die sich neben Arbeit und Kindererziehung 
auch um die Betreuung und Versorgung der Eltern kümmern. 
Was können Frauen tun, um sich effektiv zu schützen?
Der Kernpunkt systemischer Beratung und Therapie im vorliegenden Aufgabenfeld liegt in der Bewusstmachung 
der bereits vorhandenen Schutzkompetenzen, deren Vertiefung oder Differenzierung und der Vorbereitung 
sicherer Anwendungskonzepte. 
Selbstachtung                                                                                                                        
Wie schon häufig erwähnt, spielt die Selbstachtung (Selbstliebe, Selbstvertrauen, positiver Blick auf das eigene ich) 
eine zentrale Rolle. Stärkend kann hier therapeutische Spiegelung der bereits vorhandenen Kompetenzen sein. 
Auch Angebote für Perspektivwechsel, für den Wechsel von Gewichtungen (positive Facetten in den Vordergrund stellen) 
und die Wahl realistischer Vergleichsobjekte, die dominiert werden können, können heilende und stärkende Effekte erzielen. 
Manchmal bringt der Anstoß zum Überdenken der eigenen Bewertungskriterien für Erfolg oder Misserfolg ein Aha-Erlebnis. 
Das wiederum kann zu einer besseren Sichtbarkeit und damit Anerkennung der eigenen Erfolge führen. 
Was ganz nebenbei unabhängiger macht von der Bewertung und Belobigung durch andere Personen. 
Dieser Bereich ist natürlich wieder eng an die eigenen Werte und Ziele gekoppelt. 
Kognitive Programmierung                                                                                              
 „Unsere größte Waffe gegen Stress: unsere Fähigkeit, einem Gedanken einen anderen vorzuziehen.“
 William James 
90% der Belastung sind darauf zurück zu führen, wie wir eine Situation bewerten. 
Es macht den entscheidenden Unterschied, ob ich ein Ereignis als Bedrohung oder als Herausforderung wahrnehme. 
Suche ich nach dem guten im schlechten, und habe ich einen Blick darauf, dass es zwischen schwarz und weiß noch 
unheimlich viele Schattierungen gibt, habe ich mächtige Schutzschilder in der Hand. 
Für das Denken an Katastrophen ist noch genug Zeit, wenn sie wirklich eingetroffen sind. 
Denn unser Körper macht keinen Unterschied zwischen den Gedanken an mögliche Katastrophen oder
bereits realen Problemstellungen. Jedem Gedanken folgt eine körperliche Reaktion nach. 
Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, was ängstigende Gedanken für unseren Körper bedeuten können. 
Umgekehrt kann ein wärmender Gedanke für drei Winter vorsorgen. 
Externalisierung                                                                                                                       
Eine weitere gute Strategie, Stress vorzubeugen oder einzudämmen, ist eine Distanzeinnahme gegenüber dem Stressereignis.
Gefühle , Motive oder Zuschreibungen werden nach außen verlagert. Es wird eine Trennung zwischen dem Klienten und 
der Belastung hergestellt. Das kann in der therapeutischen Praxis zum Beispiel durch die Arbeit mit zwei Stühlen geschehen. 
Sitzt das Problem in Form eines Stofftiers auf dem Stuhl gegenüber, macht das den Blick der Klientin frei für ihren
Einfluss darauf (Aktivierung der Selbstwirksamkeitskräfte). 
Aus einer gewissen Distanz kann man einige Dinge einfach besser erkennen.
Wofür ist das Problem gut? 
Wann ist es besonders aufsässig? 
Wann ist es kaum zu spüren? 
Bringt vielleicht ein anderer das Problem vorbei? 
Kenne ich solche Situationen schon? 
Wenn ja, wie bin ich damit schon einmal erfolgreich umgegangen? 
Wie kann ich die Lösungskompetenzen auf die heutige Situation übertragen? 
Konfliktklärung                                                                                                                   
Konflikte sollten zeitnah geklärt werden, um unkontrollierte emotionale Ausbrüche zu vermeiden. Dazu dürfen auch Frauen
gerechten Zorn zeigen. Dieser verschafft Gehör und kann ein guter Auftakt für die Klärung einer Situation sein. 
Für einige Frauen kann die Aufklärung und das Bewusstsein darüber, das ein Konflikt nicht die gesamte Beziehung gefährdet, 
sehr entlastend sein. Jedes Anliegen ist ernst zu nehmen und entsprechend zu würdigen. 
Im Anschluss folgen Ziel- und Ressourcenklärung. Verschiedene Strategien können durchdacht werden. 
Gewaltfreie Kommunikation in vier Schritten:
*Beschreiben der Situation ohne Urteil
*Mitteilung des Gefühls  
*Benennung des Wunsches
*Bitte um eine konkrete Handlung 
kann gewährleisten, dass das Anliegen nicht von vornherein abgewehrt wird. 
Zum Schluss gibt es immer einen rechten Zeitpunkt für die Ansprache des Konflikts. 
In emotional aufgeregten Phasen sind keine unwiderruflichen Entscheidungen zu treffen.
Geklärte Konflikte stärken das Selbstbewusstsein und geben blockierte Energien frei.
Abgrenzung                                                                                                                           
Viele kleine und große Übergriffe, Machtspiele und Respektlosigkeiten können uns den Alltag verderben, 
müssen sie aber nicht. Es kommt nicht darauf an, was man über uns sagt, sondern was wir darauf antworten. 
Mit ein wenig Mut und Selbstsicherheit lassen sich viele Situationen zu unseren Gunsten entscheiden. 
Auf Beleidigungen und Manipulationen muss Frau nicht eingehen. 
Das Wissen darüber, das sich derjenige, der andere beleidigt, selbst klein fühlt, hilft dabei.
Zeitkompetenz                                                                                                                         
Immer wieder ist es für Frauen ein großes Thema auch Nein zu sagen, wenn sie Nein  meinen.
Jede Frau hat das Recht, ihre eigenen Prioritäten zu setzen. Leben oder gelebt werden. 
Nicht erreichbar sein und sich dafür nicht zu rechtfertigen, ein ganz normales Menschenrecht, auch für Frauen. 
Eine gute Balance zu finden zwischen den von außen kommenden Zeitvorgaben und den eigenen Gestaltungswünschen 
ist insbesondere für Mütter immer wieder eine neue Herausforderung. 
Kinderbetreuungszeiten, Schulzeiten und Vereinszeiten sind fest vorgegeben. 
Da ist es schon fast ein Unding, noch feste eigene Arbeitszeiten einzuplanen ohne flexible Arbeitszeitmodelle, 
ganz zu schweigen von eigenen Rückzugszeiten.
Und da ist noch der Anspruch bei vielen Frauen, ja alles perfekt zu erledigen. 
War das schon vor der Einnahme der Mutterrolle nicht möglich, wird es als Mutter zur Quadratur des Kreises. 
Über Glaubenssatzarbeit kann man, wenn es gewünscht ist, den unrealistischen Perfektionsansprüchen auf die Spur kommen. 
Werden neue  umsetzbare und lebenswerte Glaubenssätze gefunden, kann das wesentlich zur Verbesserung des eigenen 
Wohlbefindens beitragen. Statt permanent an den eigenen Ansprüchen zu scheitern, 
entfaltet sich eine stärkende und stützende Motivation. 
Gute Beziehungen                                                                                                                 
Über den Wert und die immunisierende Wirkung guter Beziehungen habe ich bereits berichtet. 
Hier möchte ich noch einen anderen Aspekt beleuchten, die Beziehungsfähigkeit. 
Beziehungsfähigkeit gründet sich auch stark darauf, Zeiten mit sich allein verbringen zu können, sich selbst wahrzunehmen. 
Selbsterkenntnis zuzulassen und sich immer wieder mit den eigenen Gefühlen zu konfrontieren (Gefühle sind der Spiegel 
des Unbewussten) stärkt die eigene Persönlichkeit. Allein sein ist die Voraussetzung für ein stabiles Selbst.
Nur wer allein sein kann, kann auch gut in Beziehung leben. 
Ein Mangel an Alleinsein kann auf lange Sicht krank, unzufrieden und unglücklich machen. 
Zeitnahe Pausen                                                                                                                       
Sich ausruhen, bevor man müde wird. 
Wer nicht faul sein kann, mit dem ist etwas faul. 
Destruktiven Aktionismus beenden, um auf neue Gedanken zu kommen, die das Leben um neue kreative Ansätze bereichern.
Immer wieder zeitnah in kleinen Dosen aufzutanken ist der Schlüssel für ein gesundes und glückliches Leben in Balance. 
Klientinnen auf ihrer “Forschungsreise “ nach ihren persönlichen “Energietankstellen” zu begleiten, ist eine spannende Aufgabe. 
Es kann hinterfragt werden, wer an welchen Stellen unterstützen kann, welche Aufgaben delegiert werden können und 
wobei man ganz entspannen kann. Interessante Ansatzpunkte können sein: Was habe ich als Kind gern gemacht? 
Worin bin ich ganz versunken? Wobei vergeht die Zeit wie im Fluge? Wobei fühle ich mich einfach gut? 
Das kann für jede Frau etwas anderes sein. 
Es geht darum, es sichtbar zu machen und zur Nutzung zu ermutigen. 
Manchmal bringen die Verschlimmerungsfrage oder die Frage danach, wie man denn bis jetzt durchhalten konnte, 
die entscheidenden Hinweise. 
Entscheidungen treffen                                                                                                     
Unsere menschliche Willenskraft ist begrenzt. Jede Entscheidung kostet Energie. 
Diese will gut eingeteilt sein, damit sie dahin fließt, wo wir sie sehen wollen. 
Veränderungen sollten daher nacheinander angestrebt werden, Schritt für Schritt. 
Ein gesundes Vertrauen in den neuen Weg, der sich beim Gehen bildet, der Glaube an den Erfolg und dessen
Sinnhaftigkeit, das Gespür für den richtigen Zeitpunkt lassen uns immer wieder unsere Entscheidungen mutig treffen.
Die Kraft für den Weg wächst uns nach und nach zu.
Gewöhnlich sein, Einfachheit leben                                                                                                                    
Sich zum gewohnten und geliebten bekennen kann eine sehr entlastende Wirkung entfalten. 
Das Wort Wohnen bezieht sich auf die Begriffe sich auskennen, bleiben, in der Nähe sein. 
Es lindert permanenten Entscheidungsdruck, gibt Sicherheit und Geborgenheit.
Somit kann es eine gute Ausgangsbasis für die Integration von neuem bieten, Schritt für Schritt, 
nach ausreichender Entscheidungszeit, ob es integrierbar ist und ob man es selbst auch wirklich integrieren möchte. 
Nicht immer ist es in unserer schnellen Zeit leicht, sich klar abzugrenzen und Gruppendrucktendenzen stand zu halten. 
Sich selbst genau zu hinterfragen: Will ich das auch oder möchte es vielleicht nur mein Partner? Brauche ich das? 
Was bringt es mir für die Erreichung meiner Ziele? 
Habe ich überhaupt derzeit die Kraft für die Aufnahme von etwas neuem? 
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?...
“Der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.”Heidegger 1953
Überflüssiges erst gar nicht zu erwerben spart Zeit, Kraft und Ressourcen. 
Zeitwohlstand eintauschen gegen ein Übermaß an zu verwaltenden Gütern. 
Der Natur nah sein und einfach leben.
Gefühlen Ausdruck verleihen und ihre Kraft nutzen                                                                                              
Dritten gegenüber über die eigene Gefühle zu sprechen bringt eine große psychische und physiologische Entlastung. 
Energien, die auf die Maskierung der Gefühle verwandt wurden, werden wieder frei. 
Ein Schritt zu befreiender gelebter Authentizität. 
Umso besser, wenn man hier auf eine geschulte Therapeutin trifft, die den Raum dafür bietet und durch einen 
professionellen Umgang die Möglichkeit für Entlastung und Klärung geben kann. 
Unter Würdigung der entlastenden Wirkung bei bewusstem Umgang mit unseren Gefühlen versteht es sich von selbst, 
dass wir Menschen, die uns die eigenen Gefühle absprechen, meiden. 
Down-Shifting als ganzheitliche Präventionsmaßnahme
DownShifter ziehen die Notbremse. Sie versuchen, sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. 
Es werden Lebensgewohnheiten und Prioritäten überdacht. Überflüssiges wird losgelassen, dazu können Besitz, 
Beziehungen oder andere Dinge gehören. 
Es geht um die Befreiung aus den Tretmühlen der Konsum- und Überflussgesellschaft. 
Impuls- und Belohnungskäufe werden vermieden, Geld wird bewusst ausgegeben und vorrangig in Erlebnisse investiert. 
In der Arbeitswelt kann es bedeuten, die Stundenzahl zu reduzieren, auf die nächste Karrierestufe zu verzichten oder 
auch nicht weniger, sondern das richtige zu arbeiten. 
Besonders wichtig ist auch hier wieder die Frage nach dem Sinn, das Erkennen des Übergeordneten des eigenen Tuns. 
Erste Hilfe, wenn es brennt 
Es gilt ein klares Stopp-Zeichen zu setzen und nach einer Bestandsaufnahme sehr zeitnah Regenerationsmaßnahmen 
einzuleiten. Was hat früher geholfen? Wie kann das wieder in den Alltag integriert werden? 
Wenn es von den stützenden Komponenten wieder mehr geben wird, was wird dann dafür wegfallen? 
Oder was kann sofort delegiert werden? Wer kann mich unterstützen? (Wen habe ich ggf. selbst auch schon unterstützt?) 
Was brauche ich noch? Und wo kann ich es finden? 
Vielleicht hilft die Erstellung eines Ressourcen-MindMaps, um die Unterstützungs-möglichkeiten zu visualisieren. 
Das kann auch hilfreich für Situationen sein, in denen es mal wieder so richtig eng wird. 
Denn in Krisensituationen engt sich unser Denken ein. Da unterstützt ein Blick auf ein MindMap.
Mittel- und langfristig sind unsere vorhandenen Ressourcen zu kultivieren oder neue zu entdecken. 
Die Pflege von Freundschaften und Hobbys, die Entdeckung von Leidenschaften gehören dazu. 
Und immer wieder geht es darum, Grenzen zu erkennen und zu setzen, auch loszulassen und zu vergeben. 
Für die körperliche Ebene (wir erinnern uns: jeder Gedanke löst auch eine körperliche Reaktion aus) wirken oft
Entspannungstechniken oder Sport ausgleichend (Klärung der zugrunde liegenden Konflikte ist selbstverständlich
und Voraussetzung für Nachhaltigkeit).
Wenn Sie Unterstützung wünschen:
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