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Durch systemisches Coaching Schätze finden und heben (1/9)

14.09.2015


Was macht einen sicheren und selbstbewussten Menschen aus?

Selbstbewusste Menschen sind sich ihrer sicher, sie fühlen sich allen Anforderungen des Lebens gewachsen, kennen ihre Stärken und Schwächen. Sie vertrauen darauf, dass sie das eigene Leben erfolgreich gestalten können. Gespeist wird ihr Selbstbild aus den eigenen Werten, Erfahrungen, Talenten, ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten. Selbstsichere Menschen haben eine offene Körperhaltung, zeigen keine Angstsignale, haben einen festen Händedruck und nehmen buchstäblich Raum ein. Mit anderen Menschen gehen sie respektvoll um, haben kein Problem damit, Hilfe anzunehmen und sind Krisensituationen gewachsen. Für sie ist es kein Problem Beziehungen einzugehen und zu halten.

Was kann dazu führen, dass das Selbstbewusstsein wie ein Schatz auf den Meeresgrund sinkt? 

Strenge und autoritäre Erziehung, aber auch antiautoritäre oder vernachlässigende Begleitung können zu eingeschränktem Selbstbewusstsein führen. Einschränkende Glaubenssätze, klassische Rollenerwartungen, Mangel an positiven Lebenserfahrungen oder unbewältigte innere Konflikte können weitere Gründe für den (zeitweiligen) Verlust an Selbstbewusstsein sein.

Was nun?

Heute möchte ich einen aus meiner Sicht fundamentalen Ansatz zur Entwicklung und Stärkung des Selbstbewusstseins vorstellen:

Die Arbeit mit Glaubenssätzen

"Glaubenssätze sind Lebensregeln, die Menschen für wahr halten. Sie sind Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen sowie individuellen Theorien, warum etwas so und nicht anders ist und sind Grundlage des alltäglichen Handelns und für den Einsatz der Fähigkeiten. Glaubenssätze beeinflussen, was wir denken und wahrnehmen, bzw. was wir uns erlauben zu denken und wahrzunehmen und was wir für möglich halten."                            

Quelle: http://nlpportal.org/nlpedia/wiki/Glaubenssatz

Glaubenssätze sind den Menschen überwiegend in traumatischen Situationen eingepflanzt worden. Sie sind mächtige Filter für unsere Wahrnehmung. Bei der Glaubenssatzarbeit geht es darum, die vorherrschenden Glaubenssätze zu erforschen und bei Bedarf einschränkende Glaubenssätze zu verändern. Ziel ist, das eigene Leben dadurch lebenswerter zu gestalten.

Konkret kann das so gehen ...

1. Erforschung und Bewusstmachung des Glaubenssatzes

Woher kennen sie das?

Wer sagt das?

Gilt das immer oder nur manchmal?

Was bedeutet das?

Was passiert bei Nichteinhaltung?

Was hat das im schlimmsten Fall für Konsequenzen?

2. Ökologiescheck

Möchte ich eine Veränderung?

Wenn ja, reicht meine Kompetenz aus, um die gewünschte Veränderung herbeizuführen?

Dazu wird die Klientin angehalten, sich gedanklich unter dem Einsatz all ihrer Sinne in den Zielzustand zu versetzen und sich zu fragen, ob es einen Einwand gegen die angestrebte Veränderung gibt. Wird ein Störgefühl wahrgenommen, lässt man den  Einwand in das Bewusstsein kommen. Die Konsequenzen, die eine Veränderung des Glaubenssatzes mit sich bringen würde, werden mit Blick auf Bezugspersonen, Gesundheit und den Beruf durchdacht. Was würde durch die Veränderung möglich werden?

Was würde nicht mehr möglich sein?

2a. Arbeit mit bewussten Einwänden

Wurden Einwände wahrgenommen, kann es sein, dass vor der Veränderung noch etwas

erledigt werden oder sichergestellt werden muss. Oder muss nach der Veränderung des

Glaubenssatzes etwas verändert werden? Bei nicht tragbaren Konsequenzen ist eventuell

das Veränderungsziel anzupassen. Sollten sich immer wieder destruktive Einwände zeigen, ist davon auszugehen, das es umfassende Gründe gibt, die gegen die Veränderung sprechen. Das kann zum Beispiel die Angst davor sein, dann nicht mehr zur Familie zu gehören oder jemanden zu verraten.

3. Veränderung von unerwünschten Glaubenssätzen

Soll ein vorhandener Glaubenssatz verändert werden, gibt es mehrere Ansätze, sich dieser Aufgabe zu stellen. Im folgenden sind einige Beispiele dargestellt.


Herkunft klären:

Wer sagt das?

Ist das wirklich mein eigener Glaubenssatz oder habe ich ihn von jemandem übernommen?

Könnte es auch anders sein?


Umdeutung:

Kann der blockierende Glaubenssatz umgedeutet werden?

Wie könnte man es noch sehen?

Wofür könnte es gut sein?

Welcher Glaube wäre eigentlich sinnvoller?


Verallgemeinerungen aufdecken:

Der Glaubenssatz wird notiert und Verallgemeinerungen werden markiert.

Danach wird der Frage nachgegangen, wann ich mit wem diese Erfahrung gemacht habe.

Nun werden die eigenen Erfahrungen und der Glaubenssatz verglichen.

Oft wird an dieser Selle deutlich, dass man aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat.


Gegenbeispiele finden:

Wird ein Gegenbeispiel gefunden, kann der Glaubenssatz neu formuliert werden.

Wird kein Gegenbeispiel gefunden, kann man der Frage nachgehen, was geschehen müsste,

damit eine andere Erfahrung gemacht werden und in die Tat umgesetzt werden kann.



Beim nächsten Mal heben wir einen zweiten Schatz...

Sind Sie dabei?